MoGo 2017

Norderstedt hat wieder einen Mogo

Norderstedter Nachrichten 13.09.17 - Von Helge Buttkereit

Scan des Zeitungsartikels

Motorradfahrer feiern nach vielen Jahren Pause ihren Gottesdienst in Harksheide. Pastorin Eva Maria Peper fährt auf ihrem eigenen Bike mit Norderstedt. Es wird laut werden rund um die Falkenbergkirche. Motorräder dröhnen, parken auf dem extra abgesperrten Kirchplatz, und viele Menschen in Lederkluft strömen in die Kirche. Am Sonntag, 17. September, steigt ab 13 Uhr nach vielen Jahren Pause wieder ein Motorradgottesdienst in Harksheide. Wie viele werden kommen? Das weiß keiner der Organisatoren. Mit dabei ist auf jeden Fall Pastorin Eva-Maria Peper. Natürlich in der Kirche, aber auch auf dem eigenen Motorrad.

"Ich war noch nie auf einem Mogo", bekennt sie. Die Gemeindepastorin, die seit drei Jahren in der Kirchengemeinde Harksheide wirkt, hat selbst seit Kurzem den Motorradführerschein. "Ich finde es faszinierend, wie die Menschen dort, die normalerweise nicht viel mit Kirche zu tun haben, dem Glauben nahekommen." Und so hat sie kaum gezögert, als vor einem Jahr Harry Wülfken-Zahn mit der Idee eines neuen Norderstedter Mogo auf sie zukam.

"Sie hat Lust darauf, das ist das Wichtigste. Wir haben die Erfahrung", sagt er. Der Norderstedter hat bereits die früheren Motorradgottesdienste an der Falkenbergkirche unter der Leitung von Pastor Andreas Erler mit organisiert und ist auch jahrelang in Hamburg beim großen Mogo am Michel dabei gewesen. "Durch den Personalwechsel vor anderthalb Jahren war das nicht mehr so mein Ding", sagt er. So ging es auch einigen Freunden und Bekannten. Um sich weiter zu treffen, gründeten die leidenschaftlichen Motorradfahrer vergangenes Jahr den Verein "Helfer mit Herz – since 2016", der sich für die Kinderkrebshilfe, das Geschwisterkinder-Netzwerk und jetzt den Motorradgottesdienst in Norderstedt einsetzt.

"In der Vorbereitung haben sich viele Menschen mit Erfahrung und neue Leute getroffen. Es ist ein tolles Wir-Gefühl entstanden", sagt Sabine Steckhan. Auch die Norderstedterin ist seit vielen Jahren bei Motorradgottesdiensten in Hamburg und Schleswig-Holstein dabei. Bereits die Vorbereitung mit einem guten Jahr Vorlauf sei eine tolle gemeinsame Sache gewesen, sagt Pastorin Peper. Anders als in anderen Gruppen, bei denen bei ihr als Pastorin alle Fäden zusammenlaufen, sei diese Gruppe sehr selbstständig. Sie habe selbst viel gelernt, beispielsweise was die Zusammenarbeit mit Polizei, Sanitätern, Bauhof und Ordnungsamt angeht.

Denn wie nach jedem Mogo wird es auch von Harksheide aus eine Ausfahrt im Konvoi geben. Sie führt über die Schleswig-Holstein-Straße, Wilstedt, Wakendorf II, Kisdorfer Wohldt, Oering und Sülfeld nach Bargfeld-Stegen, wo die Biker nach etwa einer Stunde Fahrt und 40 Kilometer Strecke im Gasthof Waldesruh einkehren können. "Die Polizei begleitet uns, teilweise werden Kreuzungen gesperrt. Im Prinzip ist das wie eine Demo für Fairness im Straßenverkehr", sagt Wülfken-Zahn

Wobei wir wieder beim Thema des Gottesdienstes wären. Das Motto lautet: "Auf allen Wegen". "Es gibt viele Bibelstellen, in denen Menschen unterwegs sind", sagt Pastorin Peper. "Gott ist immer mit dabei." So passe das Motto sehr gut zum Gottesdienst für Motorradfahrer, aber auch für alle anderen. Der Mogo in Harksheide ist der Gottesdienst für die ganze Gemeinde. Gleichwohl wird er nicht wie jeder andere sein, was nicht nur mit den vielen Besuchern in Lederkluft zusammenhängt. Denn statt der traditionellen Orgelmusik gibt es Livemusik von einer Band. Eingeplant ist eine Zeit der Stille zum Gedenken unter anderem an Motorradfahrer, die verunglückt oder gestorben sind.

Wird der Gottesdienst eine Fortsetzung erleben? Das wissen die Organisatoren noch nicht genau. Pastorin Peper freut sich erst einmal auf einen schönen Tag und dann könne man weitersehen.